Elizabeth Arden: Erfinderin der American Beauty.
1910 legte Elizabeth Arden den Grundstein zur amerikanischen Schönheitsindustrie. Mit unermüdlicher Innovations- und Schaffenskraft verfolgte sie konsequent ihr Ziel, das Neueste und Beste zu entwickeln. So schuf sie die Eight Hour Cream, den Beauty Kult-Klassiker aller Zeiten, sie kreierte den legendären Duft „Blue Grass“ oder jenen tiefroten Lippenstift, der speziell zur Militäruniform der Amerikanerinnen im 2. Weltkrieg abgestimmt war.
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Ganz gleich, ob sie revolutionäre Hautpflege und Kosmetik präsentierte oder ihr ganzheitliches Konzept von Schönheit und Wellness erfand – ihre Produkte und ihre „Red-Door“-Salons waren und wurden zu Objekten der Begierde für die absolut anspruchsvollsten Frauen weltweit. Elizabeth Arden war eine Vollblut-Unternehmerin: Sie plante, organisierte, managte und trieb mit geschickter Risikoeinschätzung nicht nur ihr Unternehmen, sondern vor allem eine ganz neue Industrie voran – den Erfolg der amerikanischen Beauty-Industrie. Ein Blick auf ihr spektakuläres Leben versteht sich als Hommage an diese außergewöhnliche Persönlichkeit, an die Frau, die den Grundstein für den unglaublichen Erfolg des Weltunter-nehmens Elizabeth Arden legte.
„The Birth of Beauty“.
1908 zog es Florence Nightingale Graham – so Elizabeth Ardens Geburtsname – von Wood-bridge, einer Kleinstadt in der kanadischen Provinz, in die Großstadt nach New York.
Bereits vor dem 18. Lebensjahr verließ sie die Schule und versuchte sich in unterschiedlichen Berufen: So absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete als Bürokraft. In New York angekommen setzte sie erstmals ihren Fuß in das Beautygewerbe, als sie als Kassiererin bei einer hochwertigen Kosmetikfirma arbeitete und sich dort rasch und auf-merksam das Wissen und alle Facetten des Metiers aneignete.
1910, nur zwei Jahre später, lieh sie sich von ihrem Bruder 6,000 $ und eröffnete ihren eigenen Kosmetik-Salon unter den Namen „Elizabeth Arden“ – inspiriert vom Titel eines Gedichts Tennysons, Enoch Arden. Sie erkannte bereits damals, wie wichtig ein starker Name und ein prägnanter Markenauftritt waren – und so ließ sie die Eingangstür ihres Salons in der fashionab-len Fifth Avenue in plakativem Rot gestalten, um sich unübersehbar von allen anderen Geschäften abzuheben. Hinter der berühmten Tür verbargen sich ihre drei Schönheitskabinen, in denen sie eine luxuriöse Wohlfühl-Atmosphäre schuf und Behandlungen anbot, die ihr hohes Wirkversprechen hielten.
Ob Make-up, Gesichts- oder komplette Beauty-Behandlungen; der Name Elizabeth Arden bürgte für Qualität und sichtbaren Erfolg. Ihr innovatives, rasch wachsendes Programm effektvoller und hochwirksamer „Total Beauty“-Produkte und ihr innovatives Marketingkonzept ließen Elizabeth Arden binnen kürzester Zeit zu einer der führenden und renommiertesten Marke werden: Der Grundstein zur amerikanischen Schönheitsindustrie war gelegt.
Die ersten Produkte – Ein durchschlagender Erfolg.
Elizabeth Ardens Grundüberzeugung war, dass Schönheit nicht nur eine Make-up-Hülle sein sollte, sondern der intelligenten Kooperation von Natur und Wissenschaft bedarf, um für Frauen ganz natürliche Schönheitsprodukte zu entwickeln. Sie verfolgte diesen Glauben an ihr Konzept der „vollkommenen Schönheit“ extrem konsequent und – wie die Geschichte zeigt – war damit langfristig erfolgreich. Ihre Stärke war es, instinktiv die richtigen, neuen Produkte und Service-Angebote zu entwickeln, die Frauen wünschten und begehrten. Dieses Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse der Verbraucherinnen und die stetige Suche nach ansprechenden, wirkungs-vollen Produkten gehören bis heute zu den Grundprinzipien der Marke.
Unglücklich mit den viel zu schweren, öligen Cremes jener Epoche brachte sie erstmals einen wissenschaftlichen Aspekt in den Bereich der Hautpflegeprodukte. Sie engagierte extra einen Chemiker, um ein Produkt mit der federleichten, zarten Konsistenz einer „whipped cream“ herzustellen. Das Ergebnis war bahnbrechend, ein absolutes Novum: eine hochwirksame Schön-heitscreme mit verführerischem Duft und der Textur eines Baisers. Sie nannte diese Creme: Venetian Cream Amoretta. Und da auch die Lotions jener Zeit nicht sehr ansprechend waren entwickelte sie ein besonders sanftes und hautberuhigende Produkt – ihre berühmte Ardena Skin Tonic. Eine damals extrem innovative Markenstrategie, bei der erstmals der Name des Gründers, der Name des Unternehmens Bestandteil eines Produktnamens war.
1914, während ihrer ersten Reise nach Paris, beobachtete Elizabeth Arden ganz genau die extrem modebewusste Damenwelt der Seine-Metropole und stellte fest, dass die feine Gesellschaft, die Haute Volée, bei Oper- und Theaterbesuchen geschminkte Lider und Wangenrouge trug. Zurück in New York entwickelte sie sofort die ersten Rouge und getönten Puder, Mascaras und Eye Shadows für die Frauen Amerikas. Innerhalb kürzester Zeit wurde das bis dahin meist Schauspielerinnen vorbehaltene Make-up zum angesagten „Must Have“ für die Damen der Gesellschaft.
Zur gleichen Zeit erkannte sie, dass Amerikas Frauen des viktorianischen Make-up-Banns über-drüssig waren und so engagierte sie sich aktiv in der „Suffragetten“-Bewegung und nahm an den Demonstrationen für das Frauenwahlrecht auf der Fifth Avenue teil. Als sie bemerkte, dass die Suffragetten als Symbol ihrer Bewegung einen roten Lippenstift trugen, folgte sie einmal mehr ihrem unglaublich unternehmerischen Instinkt und stattete die Bewegung mit ihren eigenen Elizabeth Arden Lippenstiften aus. In ihrem stetigen Bemühen nach neuen, erfolgreichen Ideen präsentierte sie 1917 erstmals Beautyprodukte in speziellen Reise-Größen; 1918 war sie die erste im Kosmetikbusiness, die Repräsentantinnen ausbildete, Trainings einführte und ihre Salesforce in die gesamten USA sandte.
Binnen weniger als 10 Jahren wurde die Marke Elizabeth die Nr. 1 in der Kosmetikindustrie und etablierte sich auch in der Folgezeit unangefochten in der Spitzengruppe. Von 1915 bis 1920 führte die Marke das umfangreichste und breitestgefächerte Schönheits-Programm auf der Welt. Bereits 1925 belief sich ihr Business in den USA auf 2 Mio. $ und der Gewinn verdoppelte sich von Jahr zu Jahr. 1929 bot man ihr 15 Mio. $ für ihr Unternehmen – doch sie lehnte ab. 1930 verkündete sie selbstbewusst: „Es gibt nur 3 amerikanische Marken, die man rund um den Erdball kennt: Singer Nähmaschinen, Coca-Cola und Elizabeth Arden”.
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Quelle Fotos und Text: Nobilis Fragrances GmbH