Trotz des Wirtschaftseinbruchs der „Great Depression“ beschäftigte das Unternehmen über 1.000 Mitarbeiter und setzte 4 Mio. $ pro Jahr um. Elizabeth Arden war die erste Beauty-Marke, die landesweit im Einzelhandel vertreten war – und schon bald nach Europa expandierte.
Zu Elizabeth Ardens erfolgreichsten Innovationen gehörte 1930 die damals revolutionäre Idee des „Make-over“. Erstmals gab es eine differenzierte Auswahl von Farbnuancen bei Mascara, Rouge, Lippenstift und Puder. Sie war die erste, die Nagellack- und Lippenstiftfarben und Make-up zum Hautton abstimmte und so den „Total Look“ erfand – für Augen, Lippen, Wangen und Nägel.
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Im gleichen Jahr entwickelte sie auch ihre legendäre „Eight Hour Cream“, die sofort ein Best-seller wurde. Die Kombination von Petrolatum, Betahydroxysäure und Vitamin E verlieh dem aprikosenfarbenen Balsam seine außergewöhnliche Wirksamkeit. Bis heute hat die Creme Kult-status und zählt zu den Favoriten vieler Berühmtheiten: Catherine Zeta-Jones, Victoria Beckham, Cate Blanchett, Thandie Newton und Emma Thompson.
1934 entdeckte sie eine Marktlücke und schuf das amerikanische „SPA“-Konzept: So gründete sie auf ihrem Landsitz bei Mount Vernon (Maine) die luxuriöse Schönheitsfarm „Maine Chance Spa“. Für 250 – 500 $ pro Woche konnte sich ihre wohlhabende Kundschaft dort verwöhnen lassen – und dies erstmals mit Gesundheits- und Fitness-Behandlungen und Diätkost kombinieren. Maximal 20 exklusive Gäste wurden dort rundum umsorgt und verwöhnt. Zu den individuell maßgeschneiderten Programmen zählten Tennis, Bowling, Reiten und sogar ein Speedboat. Nach einer solchen „Kur“ kehrte ihre Kundschaft strahlend zurück – körperlich fit und sichtbar erholt.
1935 folgte der nächste Paukenschlag: Elizabeth Ardens erstes eigenes Parfum. „Blue Grass“, geboren in den Blütenfelder von Grasse in Frankreich und benannt nach den im Frühling blau blühenden, von Pferden bevölkerten Prärien Kentuckys. Blue Grass ist eine ihrer persönlichsten Duftkreationen: Angenehm frisch, leicht und belebend-floral fängt der Duft sowohl Landschafts- impressionen der Riviera wie auch das Flair ihrer geliebten Pferde-Heimat in Kentucky ein. Bei ihrer Liebe zu Vollblütern und Pferderennen war dieser Name sehr nahe liegend – auch wenn ihre leitenden Mitarbeiter meinten, dass niemand einen Duft kaufen wird, der die Assoziation an Pferde und Prärie erweckt. Sie lagen falsch – Blue Grass wurde zu einem absoluten Verkaufshit.
Ebenso innovativ wie ihre Produkte war auch ihr für damalige Zeiten völlig modernes Marketingverständnis: Elizabeth Arden war die erste Beauty-Marke mit Kinowerbung – und sie selbst manifestierte ihren Ruf als Schönheits-Expertin mit einem Newsletter-Service, in dem sie konkrete Tipps zu Schönheitsproblemen und Nachrichten zu ihren Produkt-Neuheiten lieferte.
Mit ihrem siebten Sinn für „imagination in business”, wie sie es nannte, ging sie im Make-up-Bereich schon bald noch einen Schritt weiter: Die Farbnuancen sollten nicht nur auf Hautton, Augen und Haar abgestimmt sein, sondern auch auf die jeweilige Garderobe! Aus diesem ganz neuen Konzept heraus entwickelte sich eine noch viel breiter gefächerte Palette von Lidschatten-, Lippenstift- und Wangenpuder-Farben. Mit immer wieder neuen Ideen, unerschöpflicher Vor-stellungskraft und konsequenter Treue zu ihrem Mantra „Schön und natürlich zu sein ist ein Geburtsrecht jeder Frau.” brachte sie ihre Marke und ihr Unternehmen sicher durch die Kriegs-wirren in die Zeit nach dem II. Weltkrieg.
Vom Ausbruch des II. Weltkriegs, der den Zugang zu Überseemärkten und Rohmaterialien stark erschwerte, ließ Miss Arden sich nicht überraschen: Sie hatte, wie schon vor dem I. Weltkrieg, rechtzeitig vorgesorgt und kompensierte die Einbrüche des Auslandsgeschäft durch die Aus-weitung ihres Inlandgeschäfts. Ihre Produkte wurden nicht nur in den gesamten USA im Einzel-handel, sondern nun auch in den führenden Drugstore-Ketten angeboten. Und so boomte ihr Geschäft selbst auf dem Höhepunkt des Krieges und das Unternehmen konnte seine Führungsrolle weiter ausbauen. Arden wurde zum Wegbereiter der Branche.
1938 fasste die renommierte Zeitschrift Fortune ihre Bewunderung für Elizabeth Arden so zusammen: „Sie ist top – absolut und unwiderlegbar top – im SPA-Kosmetik-Business. Nicht nur wegen ihres einzigartigen, hochwirksamen Behandlungsangebots, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit, zu expandieren und den zunehmenden Wettbewerb in der Prestige-Beauty-Szene immer wieder zu übertrumpfen. Sie dürfte mehr verdient haben als jede andere Geschäftsfrau in der Geschichte vor ihr … Keiner anderen Frau ihrer Generation ist es gelungen, ein derartiges Imperium aufzubauen.“
Miss Ardens Verdienste wurden allgemein anerkannt: 1946 schmückte sie das Titelbild des Time Magazine und The New York Times veröffentlichte eine große Hommage an ihr Leben. Die Universität Syracruse in New York verlieh ihr 1949 den juristischen Ehrendoktortitel; drei Jahre nach Gründung der „American Business Hall of Fame“ wurde sie 1977 posthum auch in diesen illustren Kreis aufgenommen.
Das Leben danach: „The Show Must Go On!”
Als Elizabeth Arden 1966 mit 87 Jahren starb, hatte sie nicht nur ein Imperium, sondern auch eine Milliarden-Dollar-Industrie aufgebaut. Getreu ihrem Motto „The show must go on” setzten die Nachfolger ihre unternehmerische Vision fort; es entstanden neue, wegweisende Produkte, neue Marken und wissenschaftliche Innovationen auf dem Gebiet der Luxus-Kosmetik.
Fortschritte in Hautpflege und Kosmetik legten den weiteren Grundstein für den bis zum heuti-gen Tag stetig weiter wachsenden Erfolg der Marke – über die „Millenium“ Pflege-Linie und das „Flawless Finish“-Make-up der 70er- und 80er-Jahre, die erfolgreichen Düfte „Red Door“ und „Green Tea“, bis zu den Bestsellern der Gegenwart, wie dem innovativen Anti-Aging Konzept – der Ceramide Linie – immer bleibt die Marke den Grundprinzipien und dem Vermächtnis ihrer visionären Gründerin treu: Elegante und Wirkvolle Produkte zu entwickeln, die den Verbraucherwünschen perfekt entsprechen.
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Quelle Fotos und Text: Nobilis Fragrances GmbH
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